The Elder Scrolls Online angespielt

Letztes Wochenende hatte ich zum zweiten Mal die Möglichkeit, das kommende MMORPG „The Elder Scrolls Online“ in der Beta zu spielen und zu testen, nach fünf Singleplayer Teilen der Elder Scrolls Saga der erste Online Ableger. Nachdem für das erste Betawochenende noch eine Art „Schweigepflicht“ bestand (unter anderem war auch der Accountname als Wasserzeichen über den gesamten Screen verteilt, um Screenshots einzudämmen), durfte zu Beginn des letzten Testwochenendes die Presse offiziell berichten.

Der Beginn

Nachdem das Spiel endlich installiert ist (aktuell belegt es ca. 33GB auf meiner Festplatte, in der finalen Version sollen es knapp 60GB sein), kann man sich für einer der drei Sprachen Englisch, Deutsch und Französisch entscheiden. Da ich neugierig war, wie weit die deutsche Lokalisierung vorangeschritten ist, entschied ich mich gegen Englisch und für Deutsch.

In der vorigen Testphase war das Spiel nur auf Englisch sinnvoll spielbar, mittlerweile sind so viele Texte und Synchronisationen vorhanden, dass man problemlos auf Deutsch spielen konnte. Man merkte zwar durchaus, dass so manche Stelle noch nicht eingesprochen war, aber die Texte selber waren schon vollständig übersetzt, hinter einigen Namen von Orten und Personen sah man aber noch komische Sonderzeichen wie ^np. Es wird schön Gründe geben, warum das Spiel noch nicht auf die volle Größe von 60GB kommt.

Die erste echte Hürde war dann das Login. ESO ist eben schon jetzt sehr beliebt, und entsprechend lange musste man manchmal in der Warteschlange stehen, bis man angemeldet war und auf den Charakterauswahlbildschirm kam. So können Bethesda/Zenimax aber lernen, wie man die Anmeldeserver für den Livegang dimensionieren muss, was ja auch ein Sinn dieser Betawochenenden ist.

Fraktionsauswahl und Charaktererstellung

Bevor man dann richtig in das Geschehen eintauchen kann, gilt es wie üblich sich für eine Fraktion (hier Allianzen genannt) zu entscheiden: Dem Dolchsturz-Bündnis, dem Ebenherz-Pakt oder dem Aldmeri-Dominion. Abhängig von der Allianz kann man sich dann für eines der zugehörigen Völker entscheiden.

Klassen gibt es vier in ESO:

  • Drachenritter (Dragonknight)
  • Templer (Templar)
  • Nachtklinge (Nightblade)
  • Zauberer (Sourcerer)

Diese Klassen legen allerdings nur den Grundstock für die Fähigkeiten des Charakters. Es gibt nicht nur klassenspezifische Fertigkeiten, die man ausbilden kann, sondern auch für die unterschiedlichen Waffenformen und Rüstungen. So wäre es dann denkbar, dass man sich einen Sourcerer anlegt, der mit Schild und Schwert sowie schwerer Rüstung spielt.

Nicht jede Kombination ist sicherlich sinnvoll, aber es gibt hier sehr viele Variationsmöglichkeiten, wie man seine Klasse spielen will, was mir sehr gut gefällt.

Was mich erstaunt hat: Ich bin eigentlich eher Fernkämpfer, und traditionell spiele ich in Rollenspielen Hexer oder Klassen, die einem Hexer so weit wie möglich ähneln. In ESO ist dies der Sourcerer mit entsprechender Skillung. Trotzdem hat mich die Nightblade-Assasinen-Skillung sehr in den Bann gezogen und am meisten Spass gemacht.So kann’s kommen.

Das Startgebiet, Quests und Story

Unabhängig von der Allianz starten alle Spieler zunächst im selben Gebiet namens Kalthafen in einer sehr unwirtlichen Zelle. Hier lernen wir, dass wir hier sind, weil wir gestorben sind und bekommen auch gleich eine Aufgabe: Finde den Propheten und flüchte mit ihm aus Kalthafen.

Natürlich klappt die Flucht, aber nicht ganz reibungslos: Der Prophet und man selber landen an unterschiedlichen Orten, und hier wirkt nun erstmals die Wahl der Allianz und man landet in einem der drei wirklich schön gestalteten Fraktionsstartgebiete, allesamt Inseln. Ich habe mir alle drei Startgebiete angesehen (das des Aldmeri-Dominions leider nicht komplett), und sie sind wirklich schön gestaltet. Die Hauptquest ist in allen Fällen, sich mit dem Propheten zu treffen, dazu muss man allerdings erst einmal von der Insel kommen. Hierzu gibt es auch jeweils eine Storyline, aber auch abseits davon gibt es vieles in den Gebieten zu entdecken. Es lohnt sich, nicht nur durch die Quests zu rauschen, sondern auch die Umgebung zu erkunden. Man wird dann z.B. mit Schatzkarten und einer Schatzsuche belohnt, die einen quer durch das komplette Gebiet führt.

Hat man dann irgendwann den Propheten gefunden, erfährt man endlich in einem Rückblick, was in Tamriel los ist und worum es grob eigentlich geht.

Charakterentwicklung

Wie erwähnt gibt es vier Grundklassen, innerhalb der Klasse gibt es drei Spezialisierungsbäume. Aber damit nicht genug, auch für jede der Waffenarten (Beidhändig, Zweihändig, Schild und Schwert, Schadensstab und Heilerstab) und für die drei Rüstungsarten leicht, mittel und schwer gibt es aktive und passive Fertigkeiten zu erlernen.

Nicht jede Kombination ist wirklich sinnvoll, so unterstützen z.B. die Fertigkeiten der leichten Rüstung wie erwartet hauptsächlich den Sourcerer, aber es sind teilweise durchaus interessante Dinge auch für andere Klassen vorhanden. Hier ist viel Spielraum für Kreativität.

Auf der Charakterseite verteilt man zusätzlich zu den Fertigkeiten noch Punkte auf die drei Attribute Magika, Leben und Ausdauer. Auch hier sind sowohl Klasse als auch Spezialisierung und Spielweise wesentlich für die richtige Verteilung und viel Raum für Optimierung und Theorycrafter.

Gameplay und Kampfsystem

ESO spielt sich in meinen Augen Skyrim so ähnlich, wie es einem MMO möglich ist. Wer Skyrim gespielt hat, wird sich schnell mit der UI anfreunden, für Spieler anderer MMORPGs gilt es ein wenig umzulernen. So gibt es z.B. nur fünf Slots für aktive Fertigkeiten, sowie einen weiteren für eine „ultimative Fähigkeit“ und einen Quickbutton für Tränke. Hält man diesen Button länger gedrückt, erscheinen mehrere Slots für Verbrauchsmaterialien wie Tränke im Kreis angeordnet, einen der Slots kann man für den Kampf vorauswählen.

Ab Level 15 kann man zwischen zwei Waffensets hin und her schalten, und jedes dieser beiden Waffensets hat seine eigene Aktionsleiste mit fünf Slots. Es ist auch möglich, in beide Sets die selben Waffen zu stecken und so dann zehn Fähigkeiten auf den Leisten zu haben. Verglichen mit WoW, Rift, SWTOR und Co ist dies sehr wenig, ich bin gespannt, wie sich das in komplexeren Kämpfen bewährt. Da ich meine Charaktere nicht wirklich hoch gespielt habe, kann ich über das Gruppenspiel in Instanzen nichts sagen.

Die Kämpfe sind gut mit denen in Skyrim vergleichbar. Ich muss selber sehen, dass ich den Gegner gut im Visier habe und mein Zauberspruch oder Bogen auch wirklich in die richtige Richtung fliegt, und nicht etwa über den Gegner hinüber. Anders als sonst üblich klicke ich nicht erst den Gegner an und betätige die Tasten auf den Aktionsleisten und bekomme Zielhilfe, ich kann mich hier sehr viel freier bewegen, muss aber auch mehr aufpassen, dass ich den richtigen treffe.

Hardwareanforderungen, Grafik, Latenzen, Bugs

Ein MMO kann aus bekannten Gründen nicht die grafische Komplexität eines Singleplayerspiels erreichen, will man eine große Spielerschaft erreichen und noch spielbar sein, wenn viele Spieler an einem Ort sind. ESO hat es geschafft, auch bei mittelmäßiger Hardware (ich habe einen Core2Duo E8400 mit 3GHz, 8GB RAM sowie eine ATI Radeon HD 7750 mit einer Auflösung von 1680 x 1050 unter Windows 8.1 64 Bit am Laufen, nicht gerade ein Highend Gamersystem) nicht nur gut auszusehen, sondern auf flüssig zu laufen.

Während der gesamten Testphase hatte ich weder mit Latenzen noch zu niedrigen Frameraten zu kämpfen, und ich hatte die Grafikeinstellungen auf oberes Mittelmaß gestellt. Einen kleinen grafischen Einblick gibt es über die Screenshots in der Galerie.

Natürlich gab es Bugs, es ist eine Betaversion. So hatte ich öfter damit zu kämpfen, dass eine Unterhaltung mit einem NPC eigentlich fertig war, aber leider kehrte das Spiel nicht aus dem Gesprächsmodus in den normalen Modus zurück, nur ein abmelden und wieder anmelden (mit Pech dann mit Warteschlange) half in diesen Fällen.

Es fehlen ab und zu noch ein paar 3D Modelle, die werden dann über eine rote Platzhalterkiste angezeigt, sieht lustig aus, wenn ein Becher auf einem Tisch fehlt. Die Respawnraten einiger Questgegenstände sind auch noch nicht optimal, ein questrelevanter NPC wollte ein paar Stunden lang gar nicht auftauchen.

Aber das sind alles Probleme, die in der aktuellen Phase zu erwarten sind, dem Spielspaß tat dies keinen Abbruch. Meine Kopie von ESO ist auf jeden Fall bestellt, und ich freue mich auf die nächste Betaphase (dann werde ich auch ein paar Screenshots der Fertigkeitenseiten usw. hier nachreichen) und den Livegang am 4.4.2014.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.